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EU will Finanzkonglomerate besser überwachen

Die Regeln zur Aufsicht von Finanzkonglomeraten, also solchen Unternehmensgruppen, die üblicherweise in mehreren Ländern aktiv sind und sowohl im Versicherungs- als auch im Bankensektor arbeiten, sollen nach einem Vorschlag der EU-Kommission vom 16.08.2010 überarbeitet werden. Die Kommission will nationale Finanzaufsichtsbehörden dahingehend stärken, dass sie die Mutterkonzerne der Konglomerate - etwa Holdingfirmen - besser überwachen können.

Prophylaxe gegen neue Finanzkrise

Auf diese Weise könnten die Kontrolleure gleichzeitig die Banken- und die Versicherungsaufsicht sowie zusätzliche Aufsichtsaktivitäten wahrnehmen, so die Brüsseler Behörde. Sie erhofft sich dadurch solche Schlupflöcher zu versperren, die vor dem Hintergrund der Finanzkrise zutage getreten waren. Denn wenn beispielsweise ein Konglomerat in Schwierigkeiten geraten würde, könnten die Aufsichtsbehörden zu einem früheren Zeitpunkt bessere Informationen sammeln und wären besser in der Lage zu intervenieren.

Weiterführende Links

Zum Thema im Internet

Ausführliche Informationen zu diesen Vorschlägen in Form von «Frequently Asked Questions» finden Sie auf der Internetseite der EU-Kommission in englischer Sprache.

Aus der Datenbank beck-online

Lehmann/Manger-Nestler, Die Vorschläge zur neuen Architektur der europäischen Finanzaufsicht, EuZW 2010, 87

Hopt, Auf dem Weg zu einer neuen europäischen und internationalen Finanzmarktarchitektur, NZG 2009, 1401

Bartsch, Finanzmarktkrise: Die Stunde der Rechtssetzer?, ZRP 2009, 97

beck-aktuell-Redaktion, Verlag C.H. Beck, 17. August 2010.