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USA: Boxer Mayweather und DJ Khaled müssen hohe Bußgelder wegen unlauterer Werbung für Krypto-Börsengänge zahlen

Der Profiboxer Floyd Mayweather und der Hip-Hop-Star DJ Khaled müssen Bußgelder in Höhe von 300.000 und 100.000 Dollar zahlen, weil sie über ihre Social-Media-Kanäle für Krypto-Börsengänge (ICOs) warben, ohne offenzulegen, dass sie dafür bezahlt wurden. Sie schlossen einen entsprechenden Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC, wie die Behörde am 29.11.2018 (Ortszeit) in Washington mitteilte.

Weitere Zahlungen in Höhe der Werbeinnahmen zu leisten

Zudem zahlen Mayweather und Khaled laut SEC weitere 300.000 beziehungsweise 50.000 Dollar. Diese Beträge sollen ihnen die Promo-Aktionen für Krypto-Coins eingebracht haben. Die beiden bewarben laut der Behörde über ihre Social-Media-Kanäle "Initial Coin Offerings" (ICOs), ohne offenzulegen, dass sie dafür bezahlt wurden.

SEC: ICOs oft für Betrug genutzt

ICOs sind sogenannte digitale Börsengänge. Start-ups können damit bei Investoren Geld für Projekte einsammeln, indem sie Kryptowährungen (Coins) ausgeben und diese versteigern. Diese weitgehend unregulierte Art der Mittelaufnahme ist jedoch schon länger höchst umstritten und wurde laut US-Aufsehern in vielen Fällen zum Betrug genutzt.

Mayweather und DJ Khaled promoteten dubiosen Centra ICO

Auch beim sogenannten Centra ICO, den Mayweather und Khaled angepriesen hatten, ging es der SEC nach nicht mit rechten Dingen zu. Die Behörde hatte die drei Köpfe hinter dem Projekt bereits im April wegen Wertpapierbetrugs angeklagt. Sie sollen mit falschen Versprechen 32 Millionen Dollar am Kapitalmarkt ergaunert haben.

SEC warnt vor "Social Media Influencern"

"Anleger sollten skeptisch sein bei Investmentratschlägen, die auf Social-Media-Plattformen gepostet werden, und keine Entscheidungen auf Basis von Empfehlungen von Prominenten treffen", warnte Co-Direktor Steven Peikin von der SEC. "Social Media Influencer" seien oft bezahlte Promoter, keine Finanzprofis.

Krypto-Hype vorbei

Befeuert vom Rummel um Bitcoins - dem bekanntesten Spekulationsobjekt unter den Kryptowährungen - war der Markt für digitales Geld 2017 heißgelaufen und auch ICOs lagen stark im Trend. Mittlerweile ist der Hype vorbei und viele Anleger, die zu spät einstiegen, haben heftige Verluste erlitten. Der Bitcoin-Preis ist seit Ende 2017 von einem Rekordhoch bei rund 20.000 auf zuletzt unter 4.000 Dollar gefallen.

ICOs an Finanzmärkten inzwischen verpönt

ICOs gelten an den Finanzmärkten mittlerweile als verpönt. Die meisten der zahlreichen kleinen Digitalwährungen fristen neben den bekannteren Schwergewichten wie Bitcoin, Ether oder XRP ein noch kümmerlicheres Dasein. Viele von ihnen werden sogar in der Szene selbst inzwischen verächtlich als "Shitcoins" bezeichnet.

Weiterführende Links

Aus der Datenbank beck-online

Börner, Kryptowährungen und strafbarer Marktmissbrauch, NZWiSt 2018, 48

Weitnauer, Initial Coin Offerings (ICOs): Rechtliche Rahmenbedingungen und regulatorische Grenzen, BKR 2018, 231

Bialluch-von Allwörden/von Allwörden, Initial Coin Offerings: Kryptowährungen als Wertpapier oder Vermögensanlage?, WM 2018, 2118

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 30. November 2018.