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Gewerkschaft nimmt Schlichterspruch für mehr Mindestlohn auf dem Bau an

Der Weg für höhere Mindestlöhne für Zehntausende Bauarbeiter in Deutschland ist fast frei. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) stimmte für den Schlichterspruch aus dem Dezember 2019. "Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug, den Weg für eine Anhebung der Lohnuntergrenzen auf dem Bau endgültig freizumachen", ließ der IG-BAU-Bundesvorsitzende, Robert Feiger, am 09.01.2020 in Frankfurt am Main mitteilen. Die Erklärungsfrist für den Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie endet am 17.01.2020.

Mehr Lohn für über 200.000 Bau-Beschäftigte

Arbeitgeber und Gewerkschaft hatten sich am 19.12.2019 auf höhere Mindestlöhne in der Branche verständigt. Formal müssen beide Seiten dem Kompromiss noch zustimmen. Diesem zufolge soll die Lohnuntergrenze für Hilfsarbeiten vom 01.04.2020 an um 35 Cent auf 12,55 Euro pro Stunde steigen. Der Mindestlohn für Facharbeiter in Westdeutschland und Berlin erhöht sich dann um 20 Cent auf 15,40 Euro beziehungsweise 15,25 Euro. In den ostdeutschen Flächenländern gibt es diesen Facharbeiter-Mindestlohn nicht. Von den neuen Mindestlöhnen würden nach Gewerkschaftsangaben mehr als 200.000 der bundesweit etwa 820.000 Bau-Beschäftigten profitieren. Grundlage der Einigung war ein Schlichterspruch des Präsidenten des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel. Die IG BAU hatte die Schlichtung nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden angerufen.

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Aus dem Nachrichtenarchiv

Mindestlohn auf dem Bau soll steigen, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 20.12.2019, becklink 2015085

Neuer Mindestlohn für alle im Baugewerbe, Meldung der beck-aktuell-Redaktion vom 21.02.2018, becklink 2009129

Redaktion beck-aktuell, Verlag C.H.BECK, 9. Januar 2020.